



Öffentlicher Raum für feinen Beton
Malerei und Beton
Die Arbeit ist im Kontext ortsspezifischer Kunst im öffentlichen Raum zu verorten, insbesondere in Bezug auf Entwicklungen seit der Land Art, jedoch mit klarer Abgrenzung gegenüber dauerhaft angelegten, landschaftsverändernden Eingriffen. Der Fokus liegt auf einer präzisen, zeitlich begrenzten Setzung innerhalb bestehender Strukturen unter Berücksichtigung ökologischer und materieller Parameter. Die Umsetzung erfolgt als additive Intervention, die ohne substanzielle Veränderung des Geländes auskommt und auf eine temporäre Präsenz von vier Monaten ausgelegt ist.
Konstruktiv basiert die Arbeit auf mineralischen Materialien, insbesondere Stein und Mörtel, die direkt vor Ort verarbeitet werden. Die Wahl der Materialien sowie die Verarbeitung berücksichtigen sowohl die Anforderungen an Stabilität während der Nutzungsdauer als auch die Möglichkeit eines kontrollierten Rückbaus. Die Oberfläche wird durch eine malerisch strukturierte, farbige Gestaltung ergänzt, die in das Trägermaterial integriert ist und nicht als separate Schicht aufgetragen wird. Dadurch entsteht eine unmittelbare Verbindung von Farbigkeit und Material bei gleichzeitig begrenzter Dauerhaftigkeit.
Die Wellenform fungiert als lineares, bodengebundenes Element, das sich entlang der Wegführung entwickelt und sowohl visuell als auch räumlich wirksam wird. Die formale Ausrichtung orientiert sich an natürlichen Bewegungsformen wie Erosion, Wasserverläufen oder topografischen Linien. Gleichzeitig übernimmt die Arbeit eine vermittelnde Funktion zwischen Wegführung, Begrenzung und umgebendem Landschaftsraum.
Im kunsthistorischen Kontext lässt sich die Arbeit im erweiterten Skulpturenbegriff verorten, bei dem die Trennung zwischen Fläche und Volumen aufgehoben wird. Die Verbindung von malerischen und plastischen Verfahren führt zu einer hybriden Form zwischen Bild und Objekt. Zugleich besteht eine Nähe zu Positionen temporärer und prozessualer Kunst, bei denen Zeitlichkeit, Veränderbarkeit und Rückbaubarkeit integrale Bestandteile des künstlerischen Konzepts sind.
Die kollektive Arbeitsweise basiert auf der Zusammenführung unterschiedlicher fachlicher Schwerpunkte innerhalb eines abgestimmten Entwurfs- und Umsetzungsprozesses. Die Entwicklung erfolgt iterativ und ortsbezogen, mit dem Ziel, eine formal und materiell konsistente Lösung für einen definierten Zeitraum zu realisieren. Das Ergebnis ist eine temporäre Intervention, die funktionale, gestalterische und kontextuelle Anforderungen im öffentlichen Raum für die Dauer ihrer Existenz miteinander verbindet.